Perigord Noir!

48 Stunden im Perigord Noir

Das französische Département Dordogne und die benachbarte Region Médoc Atlantique zählen zu den vielseitigsten Reisezielen im Südwesten Frankreichs. Médoc Atlantique erstreckt sich zwischen dem Atlantischen Ozean und der Gironde-Mündung im Département Gironde und entstand als touristische Gebietskörperschaft, um die Küstenorte, weitläufigen Pinienwälder, Weinbaugebiete und Naturparks der Halbinsel unter einem gemeinsamen Dach zu vermarkten. Die Region reicht von den kilometerlangen Sandstränden im Westen bis zu den berühmten Weinlagen des Médoc im Osten und verbindet maritimes Flair mit einer traditionsreichen Kulturlandschaft.

Nur wenige Kilometer landeinwärts beginnt mit dem Périgord Noir eine der bekanntesten historischen Landschaften Frankreichs. Benannt nach den ausgedehnten, dunkelgrünen Eichen- und Kiefernwäldern, steht die Region für mittelalterliche Städte, imposante Burgen, spektakuläre Höhlen mit prähistorischen Felsmalereien sowie eine außergewöhnliche Gastronomie rund um Trüffel, Walnüsse und Foie gras. Trotz seiner überschaubaren Größe bietet das Périgord Noir eine bemerkenswerte Dichte an Sehenswürdigkeiten, die sich ideal innerhalb weniger Tage erkunden lassen.

Im Mittelpunkt unserer 48-stündigen Entdeckungstour steht Sarlat-la-Canéda. Die hervorragend erhaltene mittelalterliche Altstadt mit ihren honigfarbenen Sandsteinfassaden und verwinkelten Gassen gilt als eine der schönsten Frankreichs und bildet den idealen Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. Von hier aus sind zahlreiche Höhepunkte des Périgord Noir – darunter malerische Dörfer, geschichtsträchtige Schlösser, die Ufer der Dordogne und bedeutende Kulturstätten – in kurzer Zeit erreichbar. In den folgenden 48 Stunden nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch eine Region, in der Geschichte, Natur und Genuss auf einzigartige Weise miteinander verschmelzen. Mit dabei ist immer unser Dänisch-Schwedischer Gardhund Mads.

Freitag – Ankommen zwischen mittelalterlichen Gassen und spektakulären Ausblicken
Unser erster Tag im Périgord Noir beginnt gegen Mittag in Sarlat-la-Canéda, dessen mittelalterliche Altstadt sich trotz ihrer Bekanntheit eine angenehme Atmosphäre bewahrt hat. Um einen ersten Überblick zu gewinnen, starten wir mit einer geführten Stadtbesichtigung. Zwischen engen Gassen, prachtvollen Patrizierhäusern aus honigfarbenem Sandstein und kleinen Plätzen erfahren von Juliett wir mehr über die Geschichte der Stadt, die zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Ensembles Europas zählt. Dass hier über Jahrhunderte kaum moderne Bauten entstanden sind, macht den besonderen Reiz des historischen Zentrums aus.

Ein Anblick wie aus dem Mittelalter: Straßenszene in Sarlat-la-Canéda

Zum Mittagessen kehren wir im Le Regent ein und genießen die ersten Spezialitäten der Region, bevor es hinaus ins Umland geht. Nur wenige Kilometer entfernt erwarten uns die Gärten von Marqueyssac. Über sechs Kilometer schlängeln sich die Wege durch mehr als 150.000 kunstvoll von Hand geschnittene Buchsbäume. Immer wieder öffnen sich neue Perspektiven auf die Dordogne und die bewaldeten Hügel des Périgord Noir. Das eigentliche Highlight ist jedoch der Aussichtspunkt auf dem Felsvorsprung. Von hier schweift der Blick weit über das Flusstal mit seinen Burgen, Dörfern und Wäldern – eines der bekanntesten Panoramen der gesamten Dordogne.

Auf der gegenüberliegenden Flussseite erhebt sich bereits unser nächstes Ziel: das Château de Beynac. Hoch über der Dordogne thront die mächtige mittelalterliche Festung auf einem steilen Kalkfelsen. Mit dem Audioguide erkunden wir die hervorragend erhaltene Burganlage, deren strategische Lage während des Hundertjährigen Krieges von großer Bedeutung war. Von den Wehrgängen reicht der Blick weit über das Tal, während dicke Mauern, Rittersäle und die ehemalige Küche einen lebendigen Eindruck vom Leben auf einer mittelalterlichen Burg vermitteln.

Nicht nur Historiker schätzen das Périgord Noir: Die Region zählt zu den bedeutendsten Filmkulissen Frankreichs, und Sarlat gilt als die drittwichtigste Drehstadt des Landes. Die außergewöhnlich gut erhaltenen mittelalterlichen Landschaften und Burgen dienten bereits zahlreichen nationalen und internationalen Produktionen als Schauplatz. Das Château de Beynac erlangte besondere Bekanntheit als Drehort der Kultkomödie Die Besucher (Les Visiteurs). Auch Filme wie Chocolat, Jeanne d’Arc, Ever After und zuletzt Ridley Scotts The Last Duel entstanden in der Region.

Zurück in Sarlat beziehen wir unser Hotel unweit des historischen Zentrums. Nach einem erfrischenden Sprung in den Pool machen wir uns am Abend erneut auf den Weg in die Altstadt. Die stimmungsvoll beleuchteten Gassen entfalten jetzt ihren ganz eigenen Charme. Unser Abendessen im Le Bistrot bildet den perfekten Abschluss des ersten Tages, bevor wir noch eine Weile durch die verwinkelten Straßen schlendern.

Samstag – Markttreiben, Flussabenteuer und kulinarische Entdeckungen
Nach dem Frühstück erreichen wir zu Fuß den berühmten Samstagsmarkt von Sarlat, der weit über die Region hinaus bekannt ist. Schon früh am Morgen füllen sich die Gassen mit Marktständen, an denen Produzenten ihre Waren anbieten, wie Trüffel, Walnüsse, Käse, Foie gras, frisches Obst und Gemüse sowie regionales Kunsthandwerk sorgen dafür, dass man ständig neue Düfte wahrnimmt. Kein Wunder also, dass unser Dänisch-Schwedischer Gardhund Mads kaum weiß, wohin er zuerst schnuppern soll.

Neben den kulinarischen Genüssen entdecken wir liebevoll gefertigte Handwerksarbeiten aus der Region. In den besonders engen Gassen verschwindet Mads kurzerhand in seiner Transporttasche, während wir das bunte Treiben gemütlich von einem Straßencafé aus beobachten.

Ein besonderes Wahrzeichen Sarlats ist die ehemalige Kirche Sainte-Marie, die heute als Markthalle dient. Der von Stararchitekt Jean Nouvel gestaltete Umbau verbindet historische Architektur mit moderner Nutzung. Mit dem gläsernen Panoramalift fahren wir auf den Kirchturm hinauf. Oben erwartet uns ein wunderbarer Rundblick über die Dächer der Altstadt, deren typische Steinplatten das Stadtbild prägen.

Für das Mittagessen holen wir uns bei À Table einen liebevoll zusammengestellten Picknickkorb und fahren an das Ufer der Dordogne. Im Schatten einer Brücke genießen wir unser Essen in aller Ruhe, während Mads immer wieder ins flache Wasser springt und neugierig den kleinen Fischschwärmen folgt.

Direkt gegenüber beginnt wenig später unser nächstes Abenteuer. Mit Canoës Loisirs geht es für rund zwei Stunden mit einem Kanu auf die Dordogne. Gemächlich treiben wir flussabwärts vorbei an imposanten Burgen, historischen Steinbrücken und dicht bewachsenen Ufern. Immer wieder eröffnen sich neue Ausblicke auf das Tal. Mads sitzt aufmerksam im Kanu und versucht zwischendurch sogar, das Wasser mit der Zunge zu erreichen. An einer Kiesbank legen wir eine kleine Pause ein, bevor wir die Fahrt fortsetzen. Nach der Tour bringt uns ein Shuttle zurück zum Ausgangspunkt, wo wir bei einem kühlen Getränk unter schattigen Bäumen das Erlebte nochmals Revue passieren lassen.

Zum Abschluss unseres Ausflugs besuchen wir den Moulin du Trel, eine traditionsreiche, wasserbetriebene Walnussölmühle. Besitzer Ben Vidal erklärt anschaulich, wie aus den gerösteten Walnüssen das aromatische Öl gewonnen wird. Besonders interessant finden wir, dass die nach dem Pressen verbleibende Nussmasse nicht entsorgt, sondern zu Walnussmehl weiterverarbeitet wird, das in der regionalen Backkunst Verwendung findet. Mit sichtbarer Begeisterung berichtet Ben außerdem von seinem ungewöhnlichen Experiment, gemeinsam mit Freunden ein Bier auf Walnussbasis zu entwickeln. Natürlich lassen wir uns eine Kostprobe nicht entgehen – und sind vom überraschend ausgewogenen Geschmack positiv überrascht. Ohne einige Flaschen Walnussöl im Gepäck verlassen wir die Mühle schließlich nicht.

Nach einer kurzen Pause im Hotel zieht es uns erneut in die Altstadt. An diesem Wochenende findet in ganz Frankreich die Fête de la Musique statt. Auf nahezu jedem Platz treten Musiker unterschiedlichster Genre auf und verleihen Sarlat eine ganz besondere Atmosphäre.

Zum Abendessen kehren wir im Le Mirandol ein. Das Restaurant überrascht nicht nur mit regionaler Küche, sondern auch mit einer außergewöhnlichen Besonderheit: Direkt hinter dem Tresen befindet sich eine natürliche Grotte, die besichtigt werden kann – ein ungewöhnliches Detail, das perfekt zum geschichtsträchtigen Charakter der Stadt passt. Anschließend lassen wir den Abend zwischen den zahlreichen Musikern und den stimmungsvoll beleuchteten Gassen ausklingen.

Sonntag – Stein, Geschichte und Abschied
Nach dem Frühstück checken wir aus unserem Hotel aus und nutzen die verbleibende Zeit für zwei weitere Höhepunkte des Périgord Noir.

Mitten im Wald liegen die Cabanes du Breuil, ein außergewöhnliches Ensemble historischer Trockensteinhäuser mit ihren charakteristischen, kegelförmigen Steindächern, den sogenannten Lauzes. Die Gebäude wurden sorgfältig restauriert und vermitteln einen authentischen Eindruck traditioneller Bauweise im Périgord. Besitzer Jean Marc führt uns persönlich über das weitläufige Gelände und erzählt von der Geschichte der Anlage. Während wir den Ausführungen lauschen, interessiert sich Mads mindestens genauso sehr für die frei laufenden Hühner und Enten.

Nur wenige Minuten entfernt erhebt sich die beeindruckende Burg Commarque. Die teilweise restaurierte Burgruine zählt zu den eindrucksvollsten historischen Anlagen der Region und wurde vom Michelin-Grünen Reiseführer mit drei Sternen ausgezeichnet – der höchsten Bewertung. Zwischen Wehrmauern, Wohnturm und den Überresten eines mittelalterlichen Dorfes erhält man einen faszinierenden Einblick in das Leben vergangener Jahrhunderte. Gleichzeitig eröffnet die erhöhte Lage immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegenden Wälder des Vézère-Tals.

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Schließlich heißt es Abschied nehmen und wir verlassen das Périgord Noir in Richtung unseres nächsten Reiseziels.

48 Stunden reichen bei Weitem nicht aus, um das Périgord Noir vollständig kennenzulernen – sie genügen jedoch, um sich in diese außergewöhnliche Region zu verlieben. Kaum irgendwo sonst liegen mittelalterliche Städte, spektakuläre Burgen, idyllische Flusslandschaften, historische Dörfer und kulinarische Höhepunkte so dicht beieinander. Dazu kommt eine entspannte Lebensart, die jeden Besuch entschleunigt.

Besonders beeindruckt hat uns die Vielfalt: Morgens schlendert man über einen der schönsten Wochenmärkte Frankreichs, mittags paddelt man vorbei an Burgen auf der Dordogne und wenige Stunden später genießt man regionale Spezialitäten in den Gassen einer mittelalterlichen Stadt. Selbst unser vierbeiniger Begleiter Mads kam voll auf seine Kosten – sei es beim Baden im Fluss, auf den weitläufigen Spazierwegen oder beim Erkunden der zahlreichen historischen Anlagen.

Für uns steht deshalb schon jetzt fest: Dies war kein Abschied, sondern lediglich der erste Besuch. Das Périgord Noir bietet noch unzählige weitere Sehenswürdigkeiten, Höhlen, Dörfer und Wanderwege, die wir beim nächsten Mal entdecken möchten. Wer Geschichte, Natur und französische Lebensart gleichermaßen schätzt, sollte diese Region unbedingt auf seine Bucketlist setzen. Sie gehört zweifellos zu den faszinierendsten Landschaften Südwestfrankreichs.

Info-Box: Sarlat (Dordogne / Périgord Noir)

Kategorie Empfehlung Kurzbeschreibung Link
Hotels Hôtel Le NAAD Stilvolles Boutiquehotel im Herzen der Altstadt. Ideal, um Sarlat zu Fuß zu erkunden und regionale Spezialitäten beim Frühstück zu genießen. Website
Hotels Hôtel La Couleuvrine Historisches Hotel in einem Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert mit Restaurant. Perfekte Lage für die Erkundung der mittelalterlichen Altstadt. Website
Hotels Hôtel Le Renoir Charmantes Hotel in einer ehemaligen Destillerie mit außergewöhnlichem Kino-Design. Nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt. Website
Hotels Plaza Madeleine Hôtel & Spa Komfortables 4-Sterne-Hotel mit Spa in zentraler, dennoch ruhiger Lage – ideal für einen entspannten Aufenthalt. Website
Restaurants Aux 3 Sens Kreative Gourmetküche mit modern interpretierten Spezialitäten aus dem Périgord. Saisonale Produkte und schöne Terrasse in der Altstadt. Website
Restaurants Le Bistrot Traditionelle Küche des Périgord mit frischen, regionalen Zutaten in gemütlicher Atmosphäre mitten in der Altstadt. Website
Restaurants Le Mirandol Ganzjährig geöffnetes Restaurant mit klassischen Gerichten des Périgord Noir aus regionalen Produkten. Website
Shopping Lou Cocal Handwerkliche Keksmanufaktur mit traditionellen Spezialitäten aus Walnüssen, Kastanien und weiteren regionalen Zutaten – ideales Mitbringsel. Website
Shopping Distillerie La Salamandre Familiengeführte Brennerei mit hochwertigen Spirituosen aus traditioneller Herstellung. Website
Shopping Maison Pelegris Spezialist für hochwertiges Foie Gras und Entenprodukte aus dem Périgord mit geschützter Herkunft. Website
Nicht verpassen Altstadt von Sarlat Eine der schönsten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Frankreichs mit zahlreichen historischen Bauwerken. Website
Nicht verpassen Geführter Stadtrundgang Rund 90-minütige Tour mit ortskundigen Guides durch verwinkelte Gassen und versteckte Winkel inklusive spannender Geschichten zur Stadt. Website
Nicht verpassen Markt von Sarlat Bekannter Markt mit Foie Gras, Trüffeln, Walnüssen, Pilzen, Honig, Wein und vielen weiteren regionalen Spezialitäten. Website
Nicht verpassen Tourismusbüro Sarlat Umfangreiche Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten, Veranstaltungen und Ausflügen in Sarlat und dem Périgord Noir. Website

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