Venezianische Messe!

Venezianische Messe 2026: Ludwigsburg wird zur Bühne für Masken, Musik und Magie

Ludwigsburg hat sich an diesem Wochenende wieder in eine farbenprächtige venezianische Traumwelt verwandelt. Vom 4. bis 6. September lockte die Venezianische Messe zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf den Marktplatz und in die Innenstadt. Rund 1.500 Kostümträgerinnen und Kostümträger sowie internationale Künstlerinnen und Künstler sorgten mit aufwendigen Masken, historischen Gewändern, fantasievollen Kreationen und einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm für ein außergewöhnliches Spektakel.

Bereits am Vorabend der eigentlichen Messe begann das venezianische Wochenende besonders stilvoll: Im Residenzschloss Ludwigsburg fand ein Venezianischer Maskenball statt. In den prachtvollen Räumen des Schlosses, darunter Gardesaal, Marmorsaal, Ahnengalerie, Schlosstheater und die Grävenitz-Räume, trafen elegante Kostüme auf barocke Architektur. Unter funkelnden Kronleuchtern und zwischen kunstvoll gestalteten Wänden wurde getanzt, musiziert und gefeiert. „Das Residenzschloss eignet sich wie kein anderer Ort als Bühne für den Venezianischen Maskenball“, betonte Stephan Hurst, Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg.

Ein Auftakt voller Farben und Fantasie
Am Freitagabend zog die Künstlerprozession vom Blühenden Barock durch die Innenstadt zum Marktplatz und gab damit den offiziellen Startschuss für die dreitägige Veranstaltung. Maskenträger und Künstlergruppen präsentierten dabei bereits einen Vorgeschmack auf die ganze Vielfalt der Messe. Auf dem Marktplatz angekommen, erwartete das Publikum ein Programm, das von barocker Musik über Schauspiel und Walk Acts bis hin zu modernen Showelementen reichte. Das Ensemble Les Matelots brachte mit „A la fiera“ die Atmosphäre italienischer Märkte des 17. Jahrhunderts auf die Bühne. Für Aufmerksamkeit sorgten zudem die „BirdMen“, die als Walk Act und Performance durch das Messegelände zogen. Nach der offiziellen Eröffnung durch Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht ging es musikalisch weiter. Barocke Tanzmusik traf auf moderne House-Musik mit Indie-Dance-Elementen. Den Abschluss des ersten Abends bildete eine Lasershow auf der Piazza.

Zwischen Akrobatik, Clownerie und italienischer Musik
Am Samstag zeigte sich besonders eindrucksvoll, wie vielfältig das Programm der Venezianischen Messe ist. Auf mehreren Spielflächen konnten die Besucherinnen und Besucher Künstler aus unterschiedlichen Sparten erleben. Zu den ungewöhnlicheren Darbietungen gehörte die Haar-Skulpturenkunst von Sinopsis Osadia. Aus Haaren entstanden kunstvolle und teils überraschende Konstruktionen, die das Publikum unmittelbar in den Entstehungsprozess einbezogen. Für Humor sorgte unter anderem das Clownstheater „Das Atelier – Wandas wunderbarer Wahnsinn“ des Ensembles Kroft. Kira & Anders verbanden in „Ein Koffer voller Überraschungen“ poetische Elemente mit akrobatischem Können. Auch musikalisch stand Italien im Mittelpunkt. Bei „Tarantole è Tarantelle“ erklangen süditalienische Lieder und Melodien, während im Fischerhafen Arien, Canzoni und Gondellieder auf Pop, Jazz und Chansons trafen. Ein besonderer Blickfang waren die mobilen Showacts. „The Rascals – Punk it up!“ sorgten mit einem Trojanischen Pferd für Aufsehen und bewegten sich mitten durch das Publikum. Die „BirdMen“ kehrten am Abend erneut zurück. Den musikalischen Höhepunkt setzte die „La Dolce Vita Geigenhimmel Gala“ mit italienischen Klassik- und Pop-Hits. Anschließend wurde beim Schneeballwalzer auch das Publikum zum Mitmachen eingeladen.

Venezianische Messe auf dem Marktplatz – Impressionen vom Samstagabend

Wenn die Kostüme selbst zur großen Show werden
Einer der Höhepunkte der Messe waren die Kostümdefilees. Über eine eigens angefertigte Gondelbrücke präsentierten die Maskenträger ihre aufwendig gestalteten Kostüme. Historische Gewänder standen dabei neben fantasievollen, teils märchenhaften Kreationen. Gerade diese Verbindung aus Kunst, Handwerk und Inszenierung macht den besonderen Reiz der Venezianischen Messe aus. Viele Kostümträger reisen aus verschiedenen Ländern nach Ludwigsburg und investieren viel Zeit und Kreativität in ihre Erscheinung. Masken und Gewänder werden damit selbst zu einem Teil des künstlerischen Programms. Auch am Sonntag stand die Kostümkunst erneut im Mittelpunkt. Ergänzt wurde das Programm durch italienische Musik, Italo-Hits, Akrobatik und Schauspiel. Das Teatro Veneziano präsentierte „Die schwarze Rose“, eine märchenhafte Inszenierung, bevor die „BirdMen“ und eine weitere Lasershow das Veranstaltungswochenende auf der Piazza ausklingen ließen.

Eine Messe mit fast 260 Jahren Geschichte
So modern und international die Venezianische Messe heute daherkommt, ihre Wurzeln reichen weit zurück. 1767 reiste Herzog Carl Eugen nach Venedig und zeigte sich vom dortigen Karneval mit seinen Masken, Kostümen und dem festlichen Treiben beeindruckt. Nur ein Jahr später brachte er dieses Flair nach Ludwigsburg. 1768 wurde die erste Venezianische Messe, damals als „St.-Markus-Messe“ bezeichnet, veranstaltet. Sie verband Maskenfest, Jahrmarkt und Luxusmesse und wurde schnell zu einem besonderen gesellschaftlichen Ereignis. Nachdem die württembergische Residenz 1775 nach Stuttgart verlegt worden war, fand die Messe überwiegend dort statt. Bis zum Tod Carl Eugens im Jahr 1793 wurde sie jährlich gefeiert. Danach geriet die Tradition in Vergessenheit. Erst mehr als 200 Jahre später wurde die Idee einer Wiederbelebung aufgegriffen. 1992 reiste eine Ludwigsburger Delegation nach Venedig, um sich dort Anregungen für ein modernes Veranstaltungskonzept zu holen. Bereits 1993 wurde die Venezianische Messe in Ludwigsburg neu aufgelegt. Seitdem kehrt das Festival alle zwei Jahre zurück und verwandelt den Marktplatz der Barockstadt für ein Wochenende in eine venezianische Piazza.

Kunst, Handwerk und Dolce Vita
Neben dem Showprogramm gehörten auch der Kunst- und Handwerkermarkt sowie der Genussmarkt fest zur Veranstaltung. Kunsthandwerker, teilweise eigens aus Italien angereist, präsentierten ihre Arbeiten. Dazu kamen italienische Spezialitäten und mediterrane Köstlichkeiten. Damit blieb die Venezianische Messe ihrem historischen Vorbild treu: Sie ist nicht allein ein Fest der Masken und Kostüme, sondern verbindet Unterhaltung, Kunst, Handwerk, Musik und kulinarischen Genuss. Drei Tage lang wurde Ludwigsburg so zur Bühne für eine Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Barocke Musik traf auf moderne Beats, historische Kostüme auf fantasievolle Neuinterpretationen und italienische Tradition auf internationale Straßenkunst.

Die Venezianische Messe zeigte einmal mehr, dass eine historische Idee auch Jahrhunderte später noch Menschen begeistern kann. Für ein Wochenende war der Ludwigsburger Marktplatz nicht nur Veranstaltungsort, sondern eine farbenprächtige Bühne, auf der Masken, Musik und Fantasie das Stadtbild bestimmten.

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Venezianische Messe
Marktplatz Ludwigsburg
04. bis 06.September 2026
www.venezianische-messe.de

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