Zwölfzylinder!

72 Zylinder mit 2.687 PS: Automobilgeschichte trifft auf Kunst

Das MAC 2 zeigt sechs ikonische Zwölfzylinder-Fahrzeuge von 1933 bis heute – begleitet von Werken des Künstlers Herbert Zangs

Zwölf Zylinder, 2.687 PS und mehr als neun Jahrzehnte Automobilgeschichte: Die neue Ausstellung im MAC 2 widmet sich einer Motorenbauart, die wie kaum eine andere für technische Perfektion, Luxus und automobile Leidenschaft steht. Unter dem Titel „72 Zylinder mit 2.687 PS“ treffen sechs außergewöhnliche Fahrzeuge auf eindrucksvolle Arbeiten des deutschen Nachkriegskünstlers Herbert Zangs (1924–2003).

Die Ausstellung ist vom 29. Juli 2026 bis Oktober 2026 zu sehen und führt die Besucher durch verschiedene Epochen der Automobilgeschichte. Vom mächtigen Maybach Zeppelin DS 8 aus dem Jahr 1933 bis zum hochmodernen Ferrari 812 Competizione von 2024 wird dabei deutlich, wie unterschiedlich der Zwölfzylinder interpretiert werden kann und welche Faszination von ihm bis heute ausgeht.

Der V12 als Symbol für technische Perfektion
Der Zwölfzylindermotor war über mehr als ein Jahrhundert der Inbegriff des technisch Machbaren. Seine Geschichte begann zwar in der Luftfahrt, doch schon früh erkannten Automobilhersteller die besonderen Eigenschaften dieser Motorenbauart. Die zwölf Zylinder ermöglichen eine außergewöhnlich gleichmäßige Kraftentfaltung und eine hohe Laufruhe. Eigenschaften, die den V12 schon in den 1920er-Jahren zum bevorzugten Antrieb für besonders luxuriöse Automobile machten. Marken wie Maybach, Rolls-Royce, Cadillac, Packard oder Hispano-Suiza setzten auf den Zwölfzylinder. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er auch zum Markenzeichen sportlicher Automobile. Besonders Ferrari machte den V12 zu einem festen Bestandteil seiner Identität. Später folgten unter anderem Lamborghini, Aston Martin, BMW, Jaguar und Maserati. Heute ist der V12 eine aussterbende Spezies. Strengere Umweltauflagen, neue Antriebstechnologien und der Trend zu kleineren, aufgeladenen Motoren haben dazu geführt, dass nur noch wenige Hersteller an dieser traditionsreichen Konstruktion festhalten. Gerade deshalb versteht sich die Ausstellung im MAC 2 auch als Blick auf ein Stück industrielles Kulturerbe.

Ferrari 812 Competizione (2024) – 6,5-Liter-V12, 830 PS

Sechs Fahrzeuge, sechs Kapitel der V12-Geschichte
Die Ausstellung zeigt sechs Automobile, die jeweils eine ganz eigene Epoche und Interpretation des Zwölfzylinders repräsentieren.

Den zeitlichen Anfang macht der Maybach Zeppelin DS 8 von 1933. Mit seinem 8-Liter-V12 und 200 PS verkörpert er den automobilen Luxus der frühen 1930er-Jahre. Mit rund 2,8 Tonnen Gewicht und einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h war der Zeppelin weniger Sportgerät als vielmehr ein repräsentatives Reisefahrzeug. Das Auto steht für den außergewöhnlichen technischen und handwerklichen Anspruch von Wilhelm Maybach, der als einer der bedeutendsten Konstrukteure der frühen Automobilgeschichte gilt.

Ein völlig anderes Kapitel schlägt der BMW 850 Ci von 1991 auf. Sein 5,0-Liter-V12 leistet 300 PS, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Der 850 Ci verbindet die Kraft des Zwölfzylinders mit einem für seine Zeit bemerkenswert hohen Maß an Komfort und elektronischer Unterstützung. Elektrisch verstellbare Sitze und ein elektrisch einstellbares Lenkrad zeigen, wie stark sich Luxus und Technik in den 1990er-Jahren veränderten.

Mit dem Ferrari 512 BBi von 1983 wird es sportlicher. Der 5,0-Liter-Zwölfzylinder-Boxermotor leistet 340 PS und beschleunigt den Ferrari auf bis zu 288 km/h. Gemeinsam mit Fahrzeugen wie dem Lamborghini Countach steht der 512 BBi für eine Ära, in der sich der Mittelmotor zunehmend als Konzept für leistungsstarke Supersportwagen etablierte. Das markante Erscheinungsbild und die technische Ausrichtung machen den Ferrari zu einem charakteristischen Vertreter seiner Zeit.

Der Aston Martin DB9 Volante von 2008 zeigt wiederum, wie sich der Zwölfzylinder mit britischer Eleganz verbinden lässt. Der 5,9-Liter-V12 bringt 457 PS auf die Straße und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Mit seinem offenen Aufbau verbindet der DB9 sportliche Fahrleistungen mit dem Anspruch eines luxuriösen Grand Tourers. Aston Martin verabschiedete sich mit diesem Modell zunehmend vom ausschließlich rennsportorientierten Image und positionierte sich stärker als Hersteller exklusiver Sport- und Luxusfahrzeuge.

Beim Bentley Continental GT von 2005 steht der Zwölfzylinder schließlich für besonders souveräne Kraftentfaltung. Sein 6,0-Liter-W12 mit Twin-Turboaufladung entwickelt 560 PS und ermöglicht 318 km/h. Eine besondere Geschichte macht das ausgestellte Fahrzeug zusätzlich interessant: Es stammt aus dem Besitz der ehemaligen Miss World Markéta Korinková. Die Kombination aus hochglänzend schwarzer Karosserie und leuchtend roter Lederausstattung unterstreicht den extravaganten Charakter des Bentley.

Den Schlusspunkt der zeitlichen Entwicklung bildet der Ferrari 812 Competizione von 2024. Sein 6,5-Liter-V12 ist ein Beispiel dafür, wie viel Potenzial auch heute noch in einem klassischen Saugmotor steckt. Mit 830 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 340 km/h gehört er zu den extremsten Vertretern der modernen V12-Ära. Aerodynamische Elemente wie Vortex-Generatoren am Heck, ein optimierter Frontsplitter, ein überarbeiteter Unterboden und ein großer Heckdiffusor sind konsequent auf maximale Performance ausgelegt.

Damit stehen in der Ausstellung Fahrzeuge mit insgesamt 72 Zylindern und 2.687 PS. Doch die Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Entscheidend ist der Wandel, der sich zwischen den sechs Automobilen beobachten lässt: vom repräsentativen Luxuswagen der 1930er-Jahre über Gran Turismo und Supersportwagen bis zum hochentwickelten Performance-Fahrzeug der Gegenwart.

Automobile treffen auf Herbert Zangs
Die Fahrzeuge werden im MAC 2 nicht isoliert präsentiert. Ihnen gegenüber stehen Werke von Herbert Zangs, einem der eigenwilligsten Künstler der deutschen Nachkriegsmoderne. Zangs entwickelte bereits in den frühen 1950er-Jahren seine charakteristischen „Verweißungen“. Fundstücke, Stoffe, Papiere und unterschiedliche Alltagsmaterialien wurden von ihm mit weißer Farbe überzogen und dadurch ihrer ursprünglichen Funktion und Wahrnehmung enthoben. Aus scheinbar gewöhnlichen Gegenständen entstanden eigenständige Kunstwerke. Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten stammen aus einer besonders kraftvollen Schaffensphase des Künstlers. Sämtliche Werke werden aus der Sammlung der Südwestdeutschen Kunststiftung präsentiert. Gerade die Verbindung von Kunst und Automobil macht den Reiz der Ausstellung aus. Hier treffen zwei Bereiche aufeinander, in denen Material, Form, Konstruktion und Oberfläche eine zentrale Rolle spielen. Auf der einen Seite die präzise entwickelte Mechanik des Zwölfzylinders, auf der anderen die freie künstlerische Bearbeitung von Materialien und Gegenständen.

Ein Blick auf eine verschwindende Motorenwelt
Der V12 war nie einfach nur eine besonders leistungsstarke Motorvariante. Er stand für den Anspruch, mechanische Perfektion möglichst kompromisslos umzusetzen. Die zwölf Zylinder arbeiten wie ein perfekt abgestimmtes Ensemble: gleichmäßig, kraftvoll und mit einem charakteristischen Klang. Genau diese Kombination macht die Motoren bis heute faszinierend. Während moderne Antriebstechnologien zunehmend andere Wege gehen, erinnern die ausgestellten Fahrzeuge an eine Epoche, in der Ingenieure den Verbrennungsmotor immer weiter verfeinerten und seine Grenzen ausloteten. Die Ausstellung „72 Zylinder mit 2.687 PS“ macht diese Entwicklung unmittelbar erlebbar. Sechs Automobile aus den Jahren 1933 bis 2024 erzählen gemeinsam die Geschichte einer Motorenbauart, die längst mehr geworden ist als ein technisches Konzept: Der Zwölfzylinder steht für eine besondere Vorstellung von Automobilität, für Luxus, Leistung und Leidenschaft. Im MAC 2 begegnet dieser technischen Ikone zugleich die Kunst von Herbert Zangs. So wird aus einer Ausstellung über Automobile auch eine Begegnung zwischen Ingenieurskunst und freier Kunst – zwischen der Präzision von zwölf Zylindern und der experimentellen Kraft eines Künstlers.

„72 Zylinder mit 2.687 PS“ ist vom 29. Juli 2026 bis Oktober 2026 im MAC 2 zu sehen.

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MAC Museum Art & Cars
Parkstraße 1 + 5
78224 Singen
Deutschland
https://www.museum-art-cars.com

MAC 2
72 Zylinder mit 2.687 PS
Ikonische Fahrzeuge mit 12-Zylinder-Motoren von 1933 bis heute – mit eindrucksvollen Gemälden von Herbert Zangs
29.07.2026 – Oktober 2026

#macmuseumartandcars #V12 #AstonMartin #Bentley #Ferrari #Maybach #HerbertZangs #Oldtimer #Supersportwagen

Aston Martin DB 9 Volante
Fahrzeugdaten
Baujahr: 2008
Motor: 5.9-Liter V12-Motor
Leistung: 457 PS
Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h
Gewicht: 1.760 kg

Bentley Continental GT
Fahrzeugdaten
Baujahr: 2005
Motor: 6.0-Liter W12 Twin-Turbo
Leistung: 560 PS
Höchstgeschwindigkeit: 318 km/h
Gewicht: 2.348 kg

BMW 850 CI
Fahrzeugdaten
Baujahr: 1991
Motor: 5,0-Liter-V12-Motor
Leistung: 300 PS
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Gewicht: 1.790 kg

Ferrari 812 Competizione
Fahrzeugdaten
Baujahr: 2024
Motor: 6,5-Liter V12-Saugmotor
Leistung: 830 PS
Höchstgeschwindigkeit: über 340 km/h
Gewicht: 1.487 kg

Ferrari 512 BBi
Fahrzeugdaten
Baujahr: 1983
Motor: 5,0-Liter-Zwölfzylinder-Boxermotor
Leistung: 340 PS
Höchstgeschwindigkeit: 288 km/h
Gewicht: 1.630 kg

Maybach Zeppelin DS 8
Fahrzeugdaten
Baujahr: 1933
Motor: 8-Liter-V12-Motor
Leistung: 200 PS
Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
Gewicht: 2.800 kg

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